Der Jahreskreis – Ein Zyklus von Sonne und Mondin im Einklang mit der weiblichen Kraft
Im Jahreskreis feiern wir acht heilige Feste, die uns tief mit den natürlichen Zyklen der Sonne und der Mondin verbinden. Diese Feste laden uns ein, in die weiblichen Rhythmen der Natur einzutauchen, uns zu erden, uns zu öffnen und uns in den großen Fluss des Lebens und der Schöpfung hineinzugeben. Das Jahresrad, führt uns durch die verschiedenen Energien und Qualitäten des Frauseins – von der Fülle des Sommers bis hin zur stillen Einkehr des Winters. Er erinnert uns daran, dass alles im Wandel ist, und unsere Leben zyklisch ist.
Die Sonnenfeste im Jahreskreis
Die vier Sonnenfeste im Jahresrad markieren den Wechsel der Jahreszeiten und spiegeln die beständige Kraft der Sonne wider. Diese festen Zeitpunkte sind energetische Höhepunkte, die uns mit der männlichen, aktiven Energie der Schöpfung verbinden. Jedes Sonnenfest schenkt uns die Möglichkeit, uns mit den Qualitäten der Jahreszeit zu verbinden und diese Energien in unser Leben einzuladen.
20./21. März
Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche
Mit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche treten wir in den Moment des vollkommenen Gleichgewichts zwischen Licht und Dunkelheit. Die Energie der Sonne bringt neues Leben in die Natur, und wir spüren das Erwachen in uns selbst. Es ist eine Zeit des Neubeginns, in der wir Samen der Absicht säen – im Innen wie im Außen. Dieses Fest erinnert uns daran, dass in jedem Zyklus Wachstum und Transformation innewohnen. Es ist die Zeit, uns zu fragen: Was möchte in mir erblühen?
20./21. Juni
Sommersonnenwende
Die Sommersonnenwende ist das Fest der Fülle, des Lichts und der Wärme. Die Sonne steht auf ihrem höchsten Punkt, und die Natur ist in voller Blüte. Dieses Fest symbolisiert den Höhepunkt der Schaffenskraft und erinnert uns daran, das Leben zu feiern und in Dankbarkeit für alles, was uns geschenkt wurde, innezuhalten. Es ist auch eine Zeit der inneren Feuerkraft – der Passion und der Kraft. Die weibliche Energie ist in dieser Phase stark, wild und frei. Jetzt fragen wir uns: Wie kann ich die Fülle des Lebens empfangen und feiern?
22./23. September
Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche
Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche bringt uns erneut in die Balance, doch dieses Mal neigen wir uns der Dunkelheit zu. Die Ernte ist eingebracht, und es ist Zeit, Dankbarkeit zu zeigen – nicht nur für das, was wir im Außen ernten, sondern auch für die innere Fülle, die wir in uns selbst kultiviert haben. Es ist eine Phase der Reflektion und der inneren Einkehr, in der wir uns fragen dürfen: Was darf ich jetzt loslassen, um mich auf die stille Zeit des Winters vorzubereiten?
21./22. Dezember
Wintersonnenwende
Die Wintersonnenwende ist das Fest des tiefsten Rückzugs und der stillen Erneuerung. Die Dunkelheit ist auf ihrem Höhepunkt, und doch keimt in dieser tiefen Ruhe das Versprechen des Lichts. Es ist ein Moment der Stille und des Rückzugs in die eigene innere Welt. Die Wintersonnenwende lädt uns ein, in die Dunkelheit hineinzuspüren und das Licht in uns selbst zu nähren. Hier beginnt ein neuer Zyklus – zart, leise und doch voller Kraft. Wir fragen uns: Welches Licht möchte in mir wiedergeboren werden?
Die Mondfeste
Die vier Mondfeste des Jahreskreises folgen den Zyklen der Mondin und spiegeln die weiblichen Rhythmen wider – sie sind eine Einladung, uns auf die sanften, intuitiven Energien der Natur einzulassen. Anders als die Sonnenfeste, die festgelegte Zeitpunkte haben, sind die Mondfeste flexibler und folgen den Phasen der Mondin. Sie laden uns ein, uns mit den verborgenen, nährenden Kräften des Lebens zu verbinden.
1. Februar / Vollmond
Imbolc (Lichtmess)
Imbolc ist das Fest des neuen Lichts. Es markiert den ersten zarten Schimmer des Frühlings, wenn das Licht nach der Dunkelheit des Winters langsam wiederkehrt. Die Mondin führt uns durch die Energien der Reinigung und des Neubeginns. Jetzt ist die Zeit, unsere inneren Räume zu klären und uns von dem zu befreien, was uns im Alten festhält. Dieses Fest lädt dich ein, die Samen deiner Träume zu nähren und zu fragen: Was möchte in mir erblühen?
1. Mai / Vollmond
Beltaine (Beltane)
Beltaine ist das Fest der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Vereinigung. Die Natur erwacht vollends, und die Mondin lädt uns ein, uns mit der Kraft der Schöpfung und der Leidenschaft zu verbinden. Es ist die Zeit des Feuers, der Sinnlichkeit und des Lebens. In dieser Phase können wir unsere kreative Energie entfalten und in die Welt tragen. Beltaine ermutigt dich, die Frage zu stellen: Wie kann ich mein inneres Feuer entfachen und meine Vision in die Welt bringen?
1. August / Vollmond
Lughnasadh (Lammas)
Lughnasadh ist das Fest der ersten Ernte. Die Mondin erleuchtet die Fülle, die wir in unserem Leben geschaffen haben, und wir sind eingeladen, in Dankbarkeit zu feiern. Es ist eine Zeit, um innezuhalten und anzuerkennen, was wir bereits erreicht haben. Zugleich fragen wir uns: Was möchte ich loslassen, um Platz für neue Fülle zu schaffen?
31. Oktober / Dunkelmond
Samhain
Samhain ist das Fest der Ahnen und der Übergänge. In der Dunkelheit der Mondin betreten wir den Raum des Loslassens und der Transformation. Es ist eine Zeit der tiefen Einkehr, in der wir uns mit der spirituellen Welt verbinden und uns auf den kommenden Winter vorbereiten. Samhain fragt dich: Was möchte ich verabschieden, um Raum für die Transformation zu schaffen?
Das Jahresrad
Ein Zyklus der Erneuerung
Der keltische Jahreskreis ist ein kraftvolles Werkzeug, um sich mit den Zyklen von Sonne und Mondin zu verbinden. Diese Feste sind eine Einladung, die Rhythmen der Natur bewusst in unser Leben zu integrieren und auf allen Ebenen – körperlich, emotional und spirituell – in Harmonie zu kommen. Das Jahresrad erinnert uns daran, dass alles im Fluss ist und dass die Rhythmen der Natur auch in uns wirken.
Indem wir die Sonnen- und Mondfeste feiern, stärken wir unsere Verbindung zur Erde, zur weiblichen Kraft und zu unserer inneren Weisheit. Wir werden Teil eines größeren Zyklus und finden in jedem Moment des Jahres die Einladung zur Transformation und Erneuerung.
Sonnenfeste
Die Sonnenfeste sind fest an bestimmte astronomische Ereignisse gebunden. Sie finden an den Wendepunkten des Sonnenjahres statt und markieren die vier Hauptübergänge im Jahreszyklus. Diese Feste werden jedes Jahr nach dem solaren Kalender berechnet, da die Sonne immer zu bestimmten Zeitpunkten des Jahres auf bestimmte astronomische Positionen trifft.
Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche
Die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche fällt immer auf den 20. oder 21. März. An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang, und die Sonne steht senkrecht über dem Äquator. Dieses astronomische Ereignis symbolisiert das Erwachen der Natur und die Rückkehr des Lichts.
Sommersonnenwende
Die Sommersonnenwende findet am 20. oder 21. Juni statt und markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Die Sonne erreicht ihren höchsten Punkt am Himmel, und dieses Fest wird als Höhepunkt der Fülle und des Lichts gefeiert.
Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche
Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche tritt am 22. oder 23. September ein. Wieder sind Tag und Nacht gleich lang, aber nun beginnen die Tage kürzer zu werden. Dieses Fest symbolisiert das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit und leitet den Übergang in die dunklere Jahreszeit ein.
Wintersonnenwende
Die Wintersonnenwende fällt auf den 21. oder 22. Dezember. Dies ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres. Die Sonne erreicht ihren tiefsten Punkt am Himmel, und ab diesem Zeitpunkt beginnt das Licht allmählich wieder zuzunehmen.
Besonderheiten bei der Berechnung der Sonnenfeste
Da das solare Jahr etwa 365,25 Tage lang ist, weicht der Kalender jedes Jahr um einige Stunden ab. Diese Verschiebung wird durch das Schaltjahr ausgeglichen, weshalb die Sonnenfeste jedes Jahr leicht variieren können. Ihre Berechnung folgt jedoch stets festen astronomischen Prinzipien.
Mondfeste
Die Mondfeste des Jahreskreises basieren auf den Zyklen der Mondin und spiegeln die tieferen, intuitiveren Energien des Jahres wider. Anders als die Sonnenfeste haben die Mondfeste kein festes Datum und richten sich nach den Phasen der Mondin. Sie werden häufig am Vollmond oder dem Dunkelmond (Neumond) gefeiert.
Imbolc (Lichtmess)
Imbolc wird traditionell zum Februarmond gefeiert, oft zum ersten Vollmond im Februar. Es markiert das Ende des Winters und den ersten Lichtstrahl des Frühlings. In manchen Traditionen wird Imbolc auch am 1. Februar gefeiert, unabhängig von der Mondphase.
Beltaine (Beltane)
Beltaine fällt auf den Mai-Vollmond oder wird am 1. Mai gefeiert. Dieses Fest markiert den Beginn des Sommers und wird traditionell mit dem Maifeuer und Fruchtbarkeitsritualen gefeiert. Der Zeitpunkt des Vollmonds bringt die volle Kraft und Energie der Mondin in dieses Fest ein.
Lughnasadh (Lammas)
Lughnasadh ist das Fest der ersten Ernte und wird zum August-Vollmond oder am 1. August gefeiert. Es symbolisiert die Fülle und den Beginn des Erntedankfests.
Samhain
Samhain, oft als das „Hexenneujahr“ bezeichnet, wird zum Dunkelmond im Oktober oder in der Nacht zum 1. November gefeiert. In dieser Zeit sind die Schleier zwischen den Welten dünn, und Samhain symbolisiert den Übergang in die dunkle Zeit des Jahres.
Wie werden die Mondfeste berechnet?
Die Mondfeste werden häufig anhand des Mondkalenders berechnet, der auf den Phasen der Mondin basiert. Ein Mondjahr umfasst etwa 13 Mondmonate, und jeder Mondmonat beginnt mit dem Dunkelmond (Neumond). Das Mondjahr kann ab der Wintersonnenwende berechnet werden. Der erste Dunkelmond nach der Wintersonnenwende markiert den Beginn des neuen Mondjahres.
Für die Berechnung der Mondfeste werden die Vollmonde des Mondjahres nummeriert. So fällt der 2. Vollmond nach der Wintersonnenwende auf Imbolc, der 5. Vollmond auf Beltaine, der 8. Vollmond auf Lughnasadh und der 11. Dunkelmond auf Samhain. Diese Berechnung orientiert sich an den natürlichen Zyklen von Licht und Dunkelheit.
"Im Licht der vollen Mondin offenbart sich die Fülle des Lebens, und in der Dunkelheit des Neumondes finden wir die Kraft, loszulassen und uns auf das Neue vorzubereiten."
Blue Moon: Vollmond ohne Namen
In den meisten Jahren gibt es zwölf Vollmonde und jeder hat seine eigenen Namen. Da die durchschnittliche Länge von zwölf Mondmonaten jedoch nicht mit der Länge eines Kalenderjahres übereinstimmt, steht der Vollmond in manchen Jahren 13-mal am Himmel. Um die traditionelle Reihenfolge der Mondnamen im Verhältnis mit den Kalendermonaten und Jahreszeiten nicht durcheinanderzubringen, wird daher der überzählige Vollmond als Blue Moon genannt.
Die 13 Monde und ihre Namen
Januar: Alter Mond, Wolfsmond, Eismond
Energiequalität: Der Wolfsmond im Januar steht für den tiefen Winter und die Zeit der inneren Einkehr. Es ist eine Zeit der Stille, der Rückbesinnung und des Schutzes. Der Wolf symbolisiert das Rudel und die Suche nach Gemeinschaft, während der Eismond auf die harten Bedingungen des Winters hinweist.
Februar: Schneemond, Sturmmond, Hungermond
Energiequalität: Der Schneemond repräsentiert die letzten Wochen des Winters, bevor das Licht des Frühlings sich zeigt. Es ist eine Zeit des Durchhaltens, der Geduld und der Reinigung. In vielen Kulturen steht dieser Mond für den Hunger und die Kälte, die am Ende des Winters spürbar sind.
März: Fastenmond, Wurmmond, Rabenmond, Zuckermond
Energiequalität: Der Wurmmond symbolisiert das Erwachen der Natur, wenn die Erde auftaut und die Regenwürmer wieder aktiv werden. Der Märzmond markiert den Übergang zum Frühling und die Zeit des Reinigens und Fastens. Es ist eine Phase des Loslassens und der Vorbereitung auf neues Wachstum.
April: Eimond, Pinkfarbener Mond, Fischmond
Energiequalität: Der April-Vollmond, oft als "Pinkfarbener Mond" bekannt, steht für das Blühen der ersten Frühlingsblumen. Es ist eine Zeit des Neubeginns und der Fruchtbarkeit, eine Feier des Lebens und des Aufbruchs. Der Fischmond verbindet uns mit der Tiefe unserer Träume und Intuition.
Mai: Milchmond, Blumenmond, Hasenmond
Energiequalität: Der Blumenmond im Mai repräsentiert die volle Blüte des Frühlings und die Fülle des Lebens. Es ist eine Zeit des Feierns, der Kreativität und der Fruchtbarkeit. Der Hasenmond erinnert an die Fruchtbarkeit der Natur und die Zyklen des Lebens.
Juni: Erdbeermond, Honigmond, Rosenmond
Energiequalität: Der Erdbeermond im Juni markiert den Beginn der Erntezeit und die Fülle der Früchte, die uns die Erde schenkt. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit und des Genusses. Der Rosenmond steht für Liebe, Schönheit und das Öffnen des Herzens.
Juli: Bockmond, Donnermond, Heumond
Energiequalität: Der Bockmond symbolisiert Stärke, Mut und die Kraft, Herausforderungen anzunehmen. Der Donnermond erinnert uns an die Energie der Sommergewitter und das Aufbrechen von Blockaden. Der Heumond steht für die Ernte der ersten Früchte und den Lohn harter Arbeit.
August: Getreidemond, Sturm-Mond, Roter Mond, Blitzmond
Energiequalität: Der Getreidemond im August repräsentiert die zweite Erntezeit und die Fülle, die uns umgibt. Es ist eine Zeit des Dankes und der Fülle. Der Rote Mond und der Blitzmond symbolisieren die feurigen Energien des Sommers und die Kraft des Umbruchs.
September: Erntemond, Fruchtmond, Maismond, Gerstenmond
Energiequalität: Der Erntemond im September steht für die letzte große Ernte und die Zeit des Dankens. Es ist eine Phase der Fülle, des Loslassens und der Vorbereitung auf die dunklere Jahreszeit. Der Maismond verbindet uns mit der Erde und den Gaben der Natur.
Oktober: Jägermond, Blutmond, Reisemond
Energiequalität: Der Jägermond im Oktober symbolisiert die Zeit der Jagd und des Sammelns, bevor der Winter beginnt. Es ist eine Zeit des Loslassens, der Reflexion und des Übergangs. Der Blutmond und der Reisemond stehen für den Wandel und die Reise in die inneren Welten.
November: Bibermond, Schneemond, Frostmond
Energiequalität: Der Bibermond steht für die Vorbereitung auf den Winter, das Bauen und Schützen. Der Schneemond markiert den Beginn des Winters und die Zeit der Ruhe und Innenschau. Es ist eine Zeit, in der wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und innere Klarheit suchen.
Dezember: Eichenmond, Kalter Mond, Frostmond
Energiequalität: Der Eichenmond symbolisiert Stärke und Beständigkeit, während der Kalte Mond den Beginn der Winterzeit markiert. Es ist eine Zeit der Rückbesinnung und der inneren Stärke, um den Herausforderungen des Winters zu begegnen. Der Frostmond erinnert uns an die Klarheit und Reinheit der kalten Jahreszeit.
Zusätzlicher 13. Mond: Der Blaue Mond (Blue Moon)
Energiequalität: Der Blaue Mond tritt auf, wenn es innerhalb eines Jahres zwei Vollmonde in einem Monat gibt. Es ist eine Zeit seltener und besonderer Energie. Der Blaue Mond lädt dazu ein, tief in die innere Welt einzutauchen und seltene Einsichten und Weisheiten zu entdecken.
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